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                                                                            Dynamik

Ein wichtiges musikalisches gestaltungsmittel ist in der Anwendung der verschiedenen Tonstärkegrade, der Dynamik gegeben.
Erst nach 1750 kam die gleitende oder Übergangsdynamik, das stufenlose Verbinden unterschiedlicher Tonstärken, als eine Folgeerscheinung der tief greifenden Wandlung im gesellschaftlichen und künstlerischen Bereich auf. Ursprünglich musizierte man hauptsächlich in mittleren Stärkegraden, wobei gelegentlich zu wiederholende Stellen (quasi als Echo) im Ton verhaltener vorgetragen wurden (Echodynamik).Durch den Wechsel von Solo und Tutti (Vorsänger - Chor, Instrumentalsolisten - Orchester) ergab sich die Terrassendynamik, das übergangslose Gegenüberstellen von lauten und leisen Episoden.



Tonstärkegrade:

fff   fortissimo possibile - so stark wie möglich

ff   fortissimo - sehr stark

f   forte - stark

mf  mezzoforte -  halbstark

mp  mezzopiano - halbleise

p  piano -  leise

pp  pianissimo - sehr leise

ppp  pianissimo possibile - so leise wie möglich


Einen weiteren Teilbereich der dynamischen Zeichen bilden die Übergangsbezeichnungen. Mit ihnen werden allmähliche Übergänge von laut zu leise und umgekehrt gefordert. Am häufigsten werden die Angaben crescendo und decrescendo bzw. die entsprechenden Symbole (Crescendo-Gabel) verwendet.


Lauter werden: crescendo (cresc.)

Leiser werden: decrescendo (decresc.), diminuendo (dim.), fade out (engl.=ausblenden; in der Popmusik)

Oft erhalten diese Abkürzungen noch Zusätze:

 piû - mehr 

meno - weniger

molto - viel, sehr

sempre - immer

morendo - ersterbend

calando - abnehmend

smorzando - abdämpfend, verlöschend

 perdendosi - verlierend

Die sich aus dem metrischen Prinzip ergebenden Betonungen können durch zusätzliche Akzente zum Hervorheben bestimmter Melodietöne oder harmonisch wichtiger Akkorde verstärkt oder verlagert werden. Gebräuchliche Zeichen sind:

sf    sforzato

sfz   sforzato

fz    forzato

fp   fortepiano

>   normaler Akzent

Akzentverlagerungen erhöhen die Spannung im musikalischen Ablauf sowohl bei Einzeltönen oder -akkorden als auch beim Grundrhythmus von Musik (beispielsweise beim Klatschen auf die eigentlich unbetonte Zählzeit 2 und 4 = backbeat, afterbeat).



Beachte: Dynamische angaben stehen stets unter der Notenzeile; für Instrumente, die 2 Systeme benötigen (z.B. Klavier), zwischen beiden Zeilen.


[nach oben]                                                 Phrasierung und Artikulation

Als Phrase wird eine Folge von Tönen bezeichnet, die im musikalischen Zusammenhang eine abgegrenzte, überschaubare Einheit bilden. Das plastische Hervorheben dieser Tongruppe beim Musizieren, das sinngemäße Phrasieren, ist ein Merkmal guter Interpretation. Die Zusammengehörigkeit der Noten wird mitunter durch einen Bogen, den Phrasierungsbogen, angegeben. Er ist dem Bindebogen sehr ähnlich, darf aber nicht mit ihm verwechselt werden.
Die Phrasierung ist oft auch aus der Verbalkung von Achteln und kleineren Werten ersichtlich, gelegentlich sogar durch ein kommaähnliches Einschnittszeichen an der oberen Notenlinie (Atemzeichen).


Die verschiedenen Möglichkeiten einzelne Töne zu verbinden oder voneinander abzuheben, werden als Artikulation bezeichnet. Diese Möglichkeiten können prinzipiell unterteilt werden in:

legato - gebunden

non legato - nicht gebunden


Die zu trennenden Töne können breit oder kurz musiziert werden, was durch weitere Worte umschrieben wird:

tenuto – gehalten

 portato – getragen

staccato – getrennt

staccatissimo – stark getrent


Beachte: Alle Artikulationazeichen stehen stets am Notenkopf, ausgenommen bei mehrstimmiger Notierung.



[nach oben]                                                          Die Verzierung 

Zum Ausschmücken einer Melodie oder eines Akkordes, besonders bei lang auszuhaltenden und schnell verklingenden Tönen, haben sich bestimmte Verzierungen herausgebildet, deren Ausführung in den verschiedenen Musikepochen mannigfaltigen Wandlungen unterlag. Oft wurden die Verzierungen nicht ausgeschrieben, sondern vom Musiker quasi improvisatorisch eingefügt. Die wichtigsten Formen sind nachfolgend erläutert.

kurzer Vorschlag: Vorschlagsnote kommt kurz vor oder auf Hauptbetonung


langer Vorschlag: Vorschlagsnote kürzt zweizeitige Hauptnoten um die Hälfte, dreizeitige um zwei Drittel


mehrere Vorschlagsnoten (Doppelvorschlag, Schleifer):


Nachschlag:

Pralltriller:


Mordent:


 Doppelschlag(Vorschlagend, nachschlagend):



Triller:


Arpeggio:



Als Verzierung im weiteren Sinne können auch spielerische Eigenheiten in der Tongestaltung bezeichnet werden, die besonders in der Jazz- und Popmusik üblich sind, z.B.:

fall


(engl. = fallen) Ton fallenlassen

doit


(engl.) Ton nach oben schleifen

bend


(engl. = beugen, biegen) Ton fallenlassen

und wieder auf ursprüngliche Tonhöhe ziehen

smear


(engl. = schmieren) Ton tiefer ansetzen

und auf eigentliche Tonhöhe ziehen

slide


(engl. = gleiten) Töne werden (ineinander) gleitend

miteinander verbunden

shake


(engl. = schütteln) trillerähnlicher Effekt

 

[nach oben]                                                  Vibrato, Glissando, Tremolo

Ein wesentliches Gestalltungsmittel, das sowohl Sänger als auch Instrumentalisten (z.B. Streicher und Bläser) nutzen ist das Vibrato. Der "gerade" Ton wird in leichte Schwebungen versetzt, das heißt, die ursprüngliche Tonänderung erfährt geringfügige Veränderungen nach oben und unten. Unterschieden wird, besonders in zeitgenössischer Musik, nach starkem und schwachem Vibrato in Bezug auf die Tobhöhe und schnellem und langsamem Vibrato in Bezug auf das Tempo beim Ausführen.


 

Wenn zwei Töne so fließend miteinander verbunden werden, dass alle dazwischenlegenden Tonhöhen lückenlos kurz anklingen, ohne im Einzelnen erfasst zu sein, dann spricht man von Glissando. Der Geiger erzielt diesen Effekt durch Gleiten des Fingers auf der Saite, der Posaunist durch Ziehen des Zuges, der Pauker durch An- bzw. Entspannen des Felles usw.



Bei Sängern, aber auch bei Streichern und Bläsern, hört man mitunter das Portamento, das gleitende (glissandoähnliche) Verbinden von Tönen. Während das Glissando vom Komponisten in der Regel vorgeschrieben wird, ist das Portamento ein Gestaltungsmittel des Interpreten.

Als Tremolo wird das sehr rasche wiederholen eines Tones, meist aber den mehrfachen schnellen Wechsel zweier Töne oder Akkorde bezeichnet. Der Pianist tremoliert, um den sonst verklingenden Akkord zu halten. Dabei muß das eigentliche Tremolieren, nämlich der möglichst rasche, rhythmisch nicht exakt festgelegte Wechsel (1) von der gleichmäßigen, vom Komponisten geforderten und notierten Wiederholung, auch "non tremolo" (2) unterschieden werden.





[nach oben]                                       Abkürzungen und Symbole beim Wiederholen


Mehrfaches Wiederholen von Tönen und klängen:


Die Wiederholung von Takten kann durch die begriffe bis und due volte über dem ausgeschriebenen Takt gefordert werden. Gebräuchlich sind die so genannten „Faulenzer“, z.B. viermaligen Wiederholung eines Taktes:


Beachte: Bei Wiederholung über 4 takte hinaus empfiehlt es sich, die Takte wegen besserer Übersichtlichkeit zu nummerieren.

Zum Wiederholen größerer abschnitte findet man neben dem bereits beschriebenen Wiederholungszeichen folgende Symbole und Abkürzungen:

d.c., da capo – Wiederholung von Anfang an

d.s., dal segno – Wiederholung vom Zeichen 

fine – das Ende der Wiederholung wird mit dem Wort „fine“ angegeben (z.B. d.c. al fine = Wiederholung vom Anfang bzw. Zeichen bis zu dem „fine“ gekennzeichneten Takt).

Ablauf: A, A, B, A (fine) ohne Wiederholung:


Ablauf: A, B, B, C („Kasten“ 1), C („Kasten“ 2), B (fine) ohne Wiederholung:


„Kreuzkopf“ , kurz: „Kopf“ – Kennzeichnet einen Sprung im Ablauf, d.h., bei der Wiederholung sind einige Takte auszulassen, die an anderer Stelle weitergeführt werden („Kopf – Kopf“)

Ablauf: zweimal A (ohne Berücksichtigung des „Kopfes“), B, A bis Kopf, Sprung zum 2. Kopf:



Beachte: Beim Da Capo und Dal segno fällt das Wiederholen weg, soll eine Wiederholung erfolgen, so muss con rep. stehen.

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