Drucken
                                                          Die Notenwerte und Pausenzeichen

Die Tondauer läßt sich aus der Gestalt der Note, den verschiedenen Notenwerten, erkennen. Jedoch erst in Verbindung mit dem Tempo kann die exakte, meßbare Dauer eines Tones festgestellt werden. Die Notenwerte selbst geben nur ein relatives Verhältnis an. Die Ganze Note ist der Ausgangspunkt für alle rhythmische Unterteilungen. Einer Ganzen entsprechen zwei Halbe, einer Halben zwei Viertel, einer Viertel zwei Achtel, usw.:



Jedem Notenwert enspricht zeitlich ein Pausenzeichen.



                                                                     

Wenn ein Instrument in einem Musikstück über mehrere Takte hinweg pausieren soll, so können diese Pausentakte zusammengefaßt werden:


Mehrtaktige Pausen gehören zu den Abreviaturen (Abkürzungen).

Pausieren alle Instrumente, bzw. Stimmen, wird dies durch das Zeichen G.P. angegeben. Häufig wird sie auch mit einer Fermate dargestellt.




[nach oben]                                                            Punktierung 

Bei punktierten Noten wird die Dauer um die Hälfte des ursprünglichen Wertes verlängert. Punktierung ist nur innerhalb des Taktes möglich. Der Takt darf also dadurch nicht erweitert oder verkürzt werden.


Ein zweiter Punkt hinter dem ersten verlängert die Tondauer noch einmal um die Hälfte der durch den ersten Punkt geforderten Verlängerung.


     
 

[nach oben]                                                            Überbindung                 

Das Verlängern der Dauer kann auch durch Überbindung (Ligatur) erfolgen. Die übergebundene Note muss auf gleicher Tonhöhe stehen und ist durch einen Haltebogen, der von Notenkopf zu Notenkopf führt, an den vorangehenden Wert gekoppelt.




Gründe für die Überbindung sind:

* Ein Ton hat eine Länge, die nicht mit einer Note darstellbar ist. Z.B. kann eine Fünf-Achtel-Note aus einer Achtelnote und einer halben Note zusammengesetzt werden.

* Ein Ton ist so lang, daß er in den nächsten Takt hineinragt, Auch hier wird der zweite Ton nicht gespielt, sondern der erste Ton wird über die Taktgrenze hinaus gehalten.



Bei der Fermate muss der Musiker die mit Fermate gekenzeichnete Note über die eigentliche Dauer hinaus seiner musikalischen Vorstellung entsprechend aushalten.






 [nach oben]                                                                      Irreguläre Teilung

Eine weitere wichtige Möglichkeit der Unterteilung von Notenwerten ist die Dreiteilung des jeweils höheren Notenwertes.

Z.B. ergibt die Dreiteilung der Viertelnote eine sogenannte Triole aus drei Achtelnoten, die Achteltriole genannt wird. Eine Triole wird durch eine kleine 3 (oft mit einem kleinen Bogen) gekennzeichnet. Eine Achteltriole hat dieselbe zeitliche Dauer wie eine Viertelnote. In einem 4/4-Takt passen als 4 Achteltriolen.

Dieses Prinzip der Dreiteilung des nächsthöheren Notenwertes kann auf alle Notenwerte übertragen werden.




Die Tirolenfigur kann auch Pausen und kleinere Notenwerte enthalten. Letztere werden zweiteilig untergliedert, anderenfalls sind besondere Angaben notwendig:




  Wird die Dauer eines an sich dreiteiligen Notenwertes nur zweifach untergliedert, so entsteht eine Duole.


Weitere unregelmäßige Unterteilungen sind Quartolen, Quintolen, Sextolen, Septole, Oktole usw., aber auch gleichmäßiges Aufteilen von 11 Noten auf eine Viertel.


                                                                        

[nach oben]                                                          Metrum/Takt

Das Verhältnis von betonten (schweren) und unbetonten (leichten) Zählzeiten nennt man Metrum. Die rhythmisch-metrische Ordnung erfolgt in Takten. Der Takt fasst eine bestimmte Gruppe von Zählzeiten zusammen. Takte werden durch Taktstriche voneinander getrennt.

im Zweier- Takt:


im Dreier- Takt:





Anzahl und Art der Notenwerte bzw. Schläge eines Taktes werden durch Zähler und Nenner am Anfang eines Stückes angegeben:


also 4/4, oder 2/4, 3/4, 3/8, 4/8 usw.

 

[nach oben]                                                         Die Taktarten

1. Gerade, zweiteilige Taktarten:

einfach

Auch alla breve - Takt
(= wie die Halbe)

 

 
zusammen-
gesetzt
gerade
Untergliederung

 

Wichtigste Taktart

 
ungerade
Untergliederung

 

 

 
= Hauptbetonung  /  - Nebenbetonung


2. Ungerade, dreiteilige Taktarten:

einfach
 

Walzertakt

 
zusammen-
gesetzt
ungerade
Untergliederung

 
= Hauptbetonung


Kombinierte Taktarten sind asymmetrisch aus Zweier- und Dreiereinheiten zusammengesetzt und haben meist Zähler mit Primzahlen. Da die Taktangabe allein noch nicht die wirklichen Betonungsverhältnisse erkennen läßt, sollte die Aufteilung im Zähler des Bruches angegeben werden, in jedem Falle muß sie aus der Gruppierung der Noten (Verbalkung, Phrasierung) ersichtlich sein.

                                              

Auch der 4/4 Takt kann andere metrische Verhältnisse aufweisen. Allerdings sollte man dann 8/8 Takt vorschreiben.






 [nach oben]                                                         Taktwechsel

Innerhalb eines Liedes oder Instrumentalstücks können metrische Schwerpunktverlagerungen einen Taktwechsel nach sich ziehen. Der Taktwechsel sollte in jedem Fall zur deutlichen Darstellung des natürlichen Ablaufs genutzt werden. Bei einem Taktwechsel steht die geänderte Taktangabe nach dem Taktstrich vor der ersten Note. Beginnt eine neue Zeile mit Taktwechsel, so wird dieser zusätzlich am Ende der vorhergehenden Zeile angezeigt.

                                                           

Wechselt die Taktart häufig, so gibt man die Änderung auch über der Zeile an, um den Melodiefluß nicht fortwährend optisch unterbrechen zu müssen.


Bei sich regelmäßig wiederholenden Taktwechsel braucht die Angabe nicht in jedem Takt erneut zu erfolgen, Sie kann einmalig am Taktanfang vermerkt werden.             

                                                                                

Mathematisch strukturierte Taktwechsel, die zu größeren formbildenden Einheiten führen, nennt man variable Metren.

 
                                                



[nach oben]                                                         Volltakt/Auftakt

Viele Musikstücke beginnen mit einem unvollständigen Takt, also mit einem Takt, der weniger Noten enthält, als nach der Taktartbezeichnung erforderlich wären. Dieser unvollständigen Takt wird Auftakt genannt.

Der Auftakt und der letzte Takt (Schlußtakt) ergeben zusammen wieder einen vollständigen Takt. Somit enthält ein Musikstück mit einem Auftakt zwei unvollständige Takte (den ersten und letzten Takt).


 

Gründe für die Verwendung von Auftakten sind:
  • Ein Auftakt erzeugt Spannung
  • Die Texte vieler Lieder beginnen mit einer unbetonten Silbe. Würde mit einem vollen Takt begonnen werden, dann würden Text und Betonung nicht zusammen passen.
                                             


[nach oben]                                                          Das Taktieren

Kennzeichen aller Taktierfiguren ist, daß die erste Zählzeit des Taktes nach unten geschlagen wird (Abschlag). Damit erhält die Hauptbetonung besonderes Gewicht.

Grundschlagtypen in schematischer Darstellung:



Im schnellen Tempo werden Dreiertakte auf einen Schlag (auf "Ganze"), 6/8- und 6/4-Takt auf zwei Schläge (auf "Halbe") genommen.

                                           

[nach oben]                                   Abweichungen vom rhythmischen Grundwert

Der rhythmische Grundwert dient im mittleren Tempo als Orientierung.


Im schnellen Tempo kann sich der Musiker oft nur noch auf den Taktschwerpunkt, die Eins konzentrieren. Er zählt "Ganze".


Bei langsamem Tempo hilft dagegen eine Unterteilung in den nächst kleineren Grundwert, insbesondere beim Musizieren von vielen kleinen Notenwerten.


                                                            
[nach oben]                                               Metrische Regel im Notenbild

Im 2/4-Takt sollten fortlaufen Achtel (1 und 3) zu Zweiergruppen zusammengefaßt werden. Möglich ist hier allerdings auch eine durchgängige Verbalkung. Treten Sechzehntel auf (2 und 5), so muß die Taktmitte erkennbar sein. Nachschlagende Notenwerte (4) können mit einem Balken verbunden werden.


Im 3/4-Takt sind fortlaufende Achtel durchgängig zu verbalken oder zu Zweiergruppen zusammenzufassen (1 und 2). Sechzehntelfiguren erhalten die Balken entsprechend der Zählzeit (3 und 4).


Im 4/4-Takt sollte grundsätzlich die betonte 3. Zählzeit auch optisch hervorgehoben werden. Achtel ordnet man zu Vierergruppen (1), bei weiterer Unterteilung entsprechend der Zählzeit (2 und 3).


Im 6/8-Takt muss die Verbalkung der Betonung der 4. Zählzeit Rechnung tragen.


Ausnahmen dieser Regeln treten überall dort auf, wo der Komponist bewußt die natürlichen Betonungen überspielt und künstliche Akzente schafft.



 [nach oben]                                                        Synkope/Hemiole

Eine interessante rhythmisch-metrische Erscheinung stellt die Synkope dar: Die Betonung einer „schweren“ Zählzeit wird auf einen eigentlich unbetonten, „leichten“ Taktteil verlagert.


Dasselbe funktioniert natürlich auch in anderen Taktarten. In einem 2/2-Takt z.B. mit einer Viertel als ersten Ton. Die Betonung erklärt sich ziemlich schnell, wenn man ein solches Synkopenbeispiel einmal spielt. Man merkt schnell, dass man im obigen Beispiel die Achtel nur schwer betonen kann, bzw. es würde musikalisch keinen Sinn machen. Die Viertel betont sich quasi durch ihren längeren Wert selber.

Werden 2 dreiteilige Takteinheiten in 3 zweiteilige umgewandelt, so handelt es sich um Hemiolenbildung.





[nach oben]                                                  Polyrhythmik/Polymetrik

Bei der Polyrhythmik laufen mehrer Rhythmen gleichzeitig ab:  

                                            Unterteilungsrhythmik:

                                                      
                                                    
                                                       Komplementärrhythmik:




                                                       Konfliktrhythmik:
                                                    
                                                       


Mitunter laufen in einem Musikstück zwei oder mehrere Metren gleichzeitig ab, meist jedoch in einer Taktart notiert. Diese Erscheinung nennt mann Polymetrik.

                                           

                                                            

[nach oben]                                                            Das Tempo

Das Tempo wird in Taktschlägen pro Minute angegeben. Zur exakten Ermittlung des Tempos dient das Metronom.

BEISPIEL:      = 120   bedeutet: 120 Viertelnoten pro Minute (oder zwei Viertelnoten pro Sekunde)

Tempobezeichnungen geben darüber hinaus nicht nur Auskunft über das Tempo, sondern können auch den Charakter der Komposition verdeutlichen. Die gebräuchlichsten Tempobezeichnungen stammen aus dem Italienischen und werden häufig durch zusätzliche Angaben differenziert.


 prestissimo - äußerst schnell

vivacissimo - äüßerst schnell

 presto - (sehr) schnell

vivace - lebhaft

allegro - schnell, heiter

allegretto - ein wenig bewegt, munter

moderato- mäßig bewegt

andantino - etwas ruhig

andante -  ruhig gehend

grave - schwer

adagio - langsam

lento -  langsam

larghetto - etwas breit

largo - breit

larghissimo  - sehr breit


Bei Tempoverzögerung steht: ritardando (rit.), ritenuto (rit.), rallentando (rall.), meno mosso, allargando.

Bei Tempobeschleunigung steht: accelerando (accel.), stringendo (string.), stretto, piu mosso.

Bei Aufhebung des Tempos (freies Tempo) steht: rubata, senza tempo, ad libitum (ad lib.), a piacere.

Bei Wiederaufnahme des ursprünglichen Tempos ( z.B. nach rit., accel. ad lib.) steht: a tempo, tempo prima.

Wünscht der Komponist eine Aufführung des Werkes in einem exakt festgelegten Tempo, gibt er sogenannte Metronomzahlen = MM (Mälzels Metronom) an. Das Metronom ist ein 1816 von Johann Nepomuk Mälzel patentiertes mechanisches Gerät, das mit einem einstellbaren Pendel eine sicht - und hörbare Angabe des Tempos ermöhlicht. Die Metronomangaben erfolgen in Schlägen je Minute. In der U-Musik wird zur genauen Festlegung des Tempos häufig die Maßeinheit bpm (beats per minute = Schläge per Minute) verwendet (80 bpm = 80 MM).

Übersicht:

40 - 60 = Largo

60 - 66 = Larghetto

66 - 76 = Adiago

76 - 108 = Andante

108 - 120 = Moderato

120 - 168 = Allegro

168 - 208 = Presto